Pörtschach um 1865
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"Pörtschach am Wörthersee"
Pörtschach im Wandel der Zeit
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Als Noricum eine Provinz des römischen Reiches war (unter
Kaiser Claudius 51 bis 54 n. Chr.), gehörte das Gebiet um den
Wörthersee zu Virunum, dem Sitz des römischen Statthalters.
Von Santicum (Villach) führte eine Straße den
Wörthersee entlang und bog östlich von Krumpendorf nach
Virunum am Zollfeld. In Saloca (Sallach bei Pörtschach) befand
sich eine Poststation mit Pferdewechsel. An beherrschenden Punkten -
wie oberhalb von Pörtschach an der Stelle der hohen Gloriette -
erbauten die Römer Wachtürme.
* Eine Panorama Aufnahme vom Aussichtspunkt Hohe Gloriette auf unserer Fotoalbum Seite *
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Zur Zeit der
Völkerwanderung hatte die Gegend des Wörthersees keine
Bedeutung. Als jedoch die Slowenen, von den Awaren bedrängt, nach
Karantanien kamen, siedelten sie sich auch um den Wörther See an.
Die slawischen Ortsnamen Pörtschach (stammt von Porecah = "bei den
Anwohnern des Baches"), Goritschach (Goricah = "bei den Bichlern"),
Pritschitz (Pricica = Queckenbacher Dorf), legen noch heute
Zeugenschaft dafür ab.
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Unter den
Karolingern war die Pfalz Moosburg (7 km nördlich von
Pörtschach) ein Lieblingsaufenthalt König Karlmanns, des
Urenkels von Kaiser Karl d. Großen (865-879). Seiner Beziehung
zur Vornehmen Liutswinde entstammte sein außerehelicher Sohn
Arnulf, der von 879-899 als deutscher König regierte und 896 in
Rom zum Kaiser gekrönt wurde.
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Zwischen 950 und
1000 n. Chr. erhielt ein aus dem Rheinland eingewandertes Rittergeschlecht das Gebiet von Pörtschach mit den abschließenden
Höhenzügen als Lehen. Diese Ritter erbauten auf einem 536 m hohen Felskogel, wo zur
Römerzeit ein Wachturm stand, eine Burg, die Seeburg, und nannten
sich "Seeburger". In ihrem Wappen führten sie einen Fisch mit
einem Blatt im Maul.
Das Motiv des Wappens von Pörtschach geht auf das älteste erhaltene Siegel der Seeburger zurück, welches auf einer Urkunde vom 5. April 1284 abgebildet ist. Es zeigt einen springenden bzw. steigenden silbernen Fisch, der ein grünes Blatt im Maul hält. Die Ursache für die Motivwahl ist unbekannt. Die Fahne ist Blau-Weiß mit eingearbeitetem Wappen. Wappen und Fahne wurden der Gemeinde am 15. Juni 1960 verliehen.
Wappen der "Seeburger" - Heute noch Wappen von Pörtschach am Wörthersee.
Außerdem dienten die Seeburger den Kärntner Herzögen als getreue Ministerialen. Der herrliche Rundblick, den man von der Seeburg genießen konnte, entzückte selbst die Spanheimer Herzöge. Wohl wegen der schönen Lage verbrachte Herzog Bernhard von Spanheim, der Gründer der Stadt Klagenfurt, hier die ersten Wochen seiner Ehe mit Jutta, der Tochter des Böhmenkönigs Ottokar Przemysl II. Mit Julian von Seeburg, der in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts das Amt des Vicedoms von Kärnten bekleidete, erlosch allerdings die männliche Linie diese Adelsfamilie.
Von den ersten Seeburgern ist nichts überliefert, später sind
einige auf Urkunden als Zeugen unterfertigt. 1143 wurde Reinboto von
Seeburg erwähnt, 1166 Dietrich von Leonstein als freier Mann auf
Leonstein genannt. Vlavasor berichtet: "...die Leonstainer sind aus den
Seeburgern entsprungen und haben also die Seeburger die Burg Leonstain
innegehabt und hat einer aus ihnen den Turm, Leonstain genannt,
auferbauet und sich nach im geschrieben."
Auf einem Felsplateau nördlich der Seeburg, von dieser nur durch eine Mulde getrennt, hatte der Neffe des Bischofs Roman I. von Gurk, Dietrich von Projern, in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts die Burg Leonstain errichtet.
Sein Wappentier - ein über einen Gipfelgrat schreitender Löwe - gab der Festung ihren Namen.
Anfängliche Rivalitäten zwischen den benachbarten Burgherren wurden durch die Heirat des Julian von Seeburg mit Anna von Leonstain beendet. Als 1335 das Herzogtum Kärnten an die Habsburger kam, wurde die kleinere Seeburg zugunsten der beherrschenden Burg Leonstain aufgelassen. Durch das schwere Erdbeben 1348 bereits arg mitgenommen, wurde die Seeburg gegen Ende des 14. Jahrhunderts gänzlich dem Verfall preisgegeben.
Die Burg Leonstein
dagegen baute man zu einer weitläufigen Anlage aus, überragt
von einem mächtigen Bergfried, im Norden durch Teiche
geschützt, die auch zur Fischzucht dienten.
Ihr weitläufiger Grundriss und die erhaltenen Bauteile unterschiedlicher Stilperioden vermitteln heute noch einen interessanten Eindruck.
Die Leonsteiner
Herrschaft erstreckte sich im Süden über Maria Wörth und
Schiefling, im Osten bis Pritschitz, im Norden bis nach Gradisch und
Moosburg. Die Vorrechte der alten Pfalz Moosburg waren an die
Leonsteiner übergegangen und sie hatten auch die Gerichtsbarkeit
inne.
Das Leonstain dennoch einen allmählichen Machtverlust hinnehmen musste, war in der allgemein geschmälerten Bedeutung der Burgen in der Neuzeit begründet. Der Wunsch nach gehobener Lebensweise veranlasste damals zahlreiche Adelige, ihre unwirtlichen Festungen zu verlassen und neue Schlösser in der Ebene zu bauen.
Das Geschlecht Leonstain erlosch im 14. Jhdt. Im Jahre 1335 fiel das
Herzogtum Kärnten an die Habsburger.
Wappen der Leonstainer
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Ein Video von der Ruine Leonstein auf unserer Videoseite
Die Sage um den letzen Leonsteiner können Sie hier nachlesen
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Bei den
Türkeneinfällen im 15. Jhdt. wurde auch das
Wörthersee-Gebiet heimgesucht - und zwar in den Jahren 1473, 1475,
1476 und 1478. Danach hatte Kärnten eine lange Zeit des Friedens.
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Ritter Gebhard
Peuscher erwarb 1490 Leonstein um 8000 Gulden.
Um 1492 soll sein Nachfolger das aus einem Meierhof der Burg hervorgegangene, an der Strasse gelegene Schloss Leonstain erbaut haben. Es mag nicht verwundern, dass die Besitzer, nachdem Burg Leonstain bereits im 17. Jahrhundert als ein "ödes Gemäuer" beschrieben wurde, das neue Schloss als Wohnsitz bevorzugten.
1568 lebte noch eine Anna Peuscher von Leonstein, die nach dem Tode
ihres ersten Mannes (1575) den Ehrenreich Ungnad Freiherrn von Sonegg
heiratete.
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Bis 1645 wurde das Schloß mehrlmals verkauft.
In diesem Jahr schlossen die Besitzer einen Vertrag über den
Verkauf von Leonstein mit dem Jesuitenrektor Thomas Mayerl ab. Die
Jesuiten blieben bis zu Ihrem Verbot durch Kaiser Joseph II. am 21.
Juni 1773. Danach fiel Leonstein durch kaiserliche Erschließung
dem Stift St. Paul/Lavanttal zu. Im Februar 1825 wurde das Schloß
Leonstein durch einen Brand zerstört, aber wieder aufgebaut.
Im Revolutionsjahr 1848 trat die Herrschaft Leonstein in den
Hintergrund. Im Jahre 1910 verkaufte das Stift St.Paul den Leonsteiner
Besitz. Das Schloss erwarb Hofrat Neuscheller, andere Teile kaufte die
Gemeinde Pörtschach.
Gegenwärtig befindet sich Schloss Leonstein im Besitz der Familie
Neuscheller, die es in stilvoller Weise renoviert und baulich erweitert
hat. Der historische Charakter des Gebäudes, dessen Kern noch aus
dem 16. Jahrhundert stammt, blieb trotz der Umbauten bestens erhalten.
Heute zählt das 1954 in einen gehobenen Gästebetrieb
umgewandelte Schloss zu den Spitzenreitern der
Wörthersee-Hotellerie.
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Am 29. März
1797 marschierten französische Truppen von Italien kommend
über Villach durch Pörtschach nach Klagenfurt. Am 30.
März folgte Napoleon selbst und hielt bei der Linde in Pritschitz
Rast. 1809 schufen die Franzosen das Königreich Illyrien. Westlich
von Pörtschach war die Grenze zwischen dem Kaiserreich
Österreich und dem Königreich Illyrien mit einer Mautstelle
und einem Grenz- kommando. 1813/14 wurden sie allerdings von den
Österreichern zum Rückzug gezwungen.
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Ernst Wahliss
In den 70er Jahren
des 19. Jhdts - nachdem Pörtschach durch die Südbahnstrecke
Wien - Triest ins österreichische Eisenbahnnetz einbezogen worden
war - wurde eine Reihe von Villen errichtet und vor allem das
Etablissement des Wiener Porzellanfabrikanten Ernst Wahliss, was in der
Entwicklung Pörtschachs zum Kurort ein markantes Ereignis war. Die
Gäste von damals schätzten allerdings weniger das Baden im
See als Sonne, frische Luft und Spaziergänge im Wald.
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An prominenten Besuchern fehlte es zu keiner Zeit.
So kam 1878 Erzherzog Ludwig Viktor nach Pörtschach, 1879
König Albert und Königin Carola von Sachsen, 1881 Erzherzog
Albrecht, der Sieger von Custozza. Am 10. September 1882 besuchte
Kaiser Franz Joseph I. Pörtschach, wo zu Ehren des Monarchen ein
Seefest veranstaltet wurde, ebenso wie für den
österreichischen Kronprinz Rudolph mit Kronprinzessin Stephanie am
10. Juli 1884. Im Juni 1877 kam der Komponist Johannes Brahms in dem
kleinen Kärntner Fischer- dörfchen an. "Erzählen will
ich", so schreibt er, "daß ich hier in Pörtschach ausstieg,
mit der Absicht, den nächsten Tag nach Wien zu fahren. Doch der
erste Tag war so schön, daß ich den zweiten durchaus bleiben
wollte, der zweite aber so schön, daß ich fürs erste
weiter bleibe." Er bewohnte zunächst die Hausmeisterwohnung des
Schlosses Leonstein, übersiedelte aber im nächsten Sommer in
das schräg gegenüberliegende Krainer-Häuschen, das wir
heute noch als Haus Rapatz am Westausgang von Pörtschach finden.
Er war ein großer Frühaufsteher, der zumeist schon ein
Stück im See geschwommen war, ehe er zwischen vier und fünf
sein selbst zubereitetes Frühstück einnahm und, nach einem
Spaziergang von etwa einer Stunde, um sieben bereits über seiner
Arbeit saß, wobei er gerne seine Melodien vor sich hinpfiff.
Mittags speiste er gewöhnlich im Gasthof "Zum weißen
Rössl" und saß auch abends gerne hier im Wirtshausgarten,
rauchte seine Zigarre, trank einiges und ließ sich von seinen
Tischgenossen Anekdoten erzählen und Kärntner Lieder
vorsingen. Zudem verkehrte er in den Häusern einiger wohlhabender
Familien aus Wien, die hier ihre Villen gebaut hatten, wie z.B. Dr.
Karl Kuppelwieser. Jene Werke, die Brahms hier komponierte, fielen
besonders hell und heiter aus, so daß sein Freund, der
berühmte Chirurg Theodor Billroth, nach dem ersten Anhören
seiner 2. Symphonie in die begeisterten Worte ausbrach: "Das ist ja
lauter blauer Himmel, Quellenrieseln, Sonnenschein und kühler,
grüner Schatten...".
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Johannes Brahms
(1833 - 1897)
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Das Jahrzehnt 1890 bis 1900 brachte einen weiteren
großen Aufschwung des Kurortes Pörtschach. 1891 stellte die
Gemeinde einen Nachtwächter an, der während der Sommermonate
seine Runden mit Laterne, Hellebarde und Horn ausgerüstet machte.
Der zunehmende Fremdenverkehr veranlaßte 1893 Georg
Semmelrock-Werzer, eine große Badeanstalt mit 120 Kabinen zu
errichten. Zahlreiche Villen wurden gebaut und neue Gasthausbetriebe
eröffnet. 1910 war Pörtschach zu einem weit über die
Grenzen der Monarchie bekannten Kurort geworden.
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Das Werzer Strandbad
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Pörtschach im Mondschein 1914
Mit Beginn des I.
Weltkrieges 1914 begann auch das Ausbleiben der Kurgäste. Zur
Verteidigung der Kärntner Südgrenze gegen Italien wurden 1915
die "Kärntener Freiwilligen Schützen" eingesetzt, die unter
dem Kommando des Hauptmannes Georg Teppner, Besitzer des Schlosses
Leonstein, standen. Nachts sah man das Aufblitzen der schweren
Geschütze an der nur 70 km entfernten Front und hörte das
dumpfe Grollen des Geschützfeuers. In den Etablissements Wahliss
und Werzer wurden im Oktober 1916 Rotkreuzspitäler mit 600 bis 800
Betten eingerichtet. Zu Ende des Krieges - 1918 - zogen die
zurückflutenden Truppen Tag und Nacht durch Pörtschach, zu
Fuß und zu Pferde, auch mit der Bahn. Nach langer Zeit der Not
schien Pörtschach 1927 die Folgen des Krieges überwunden zu
haben, doch währte das Glück nicht lange.
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Im II. Weltkrieg war Pörtschach wie im Ersten
eine Lazarettstadt; die Nähe zu den Balkan- und später den
Italienfronten und die guten Verkehrsverbindungen ließen hier
Verwundete aller Waffengattungen zusammenströmen, und mancher, der
damals am See seine ersten Spaziergänge als Genesender unternommen
hatte, blieb Pörtschach noch lange danach verbunden. Die seit Mai
1945 stationierten britischen Besatzungstruppen verließen am 15.
Mai 1950 den Kurort Pörtschach am Wörthersee.
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Die
Saison 1953 war die erste erfolgreiche nach dem Krieg. Pörtschach
war auf dem besten Wege, die frühere internationale Geltung wieder
zurückzugewinnen und sich als beliebter Erholungs- und Tagungsort
zu etablieren. Zeichen dafür: eines der ersten
anstößigen Badeplakate der Kärntner
Fremdenverkehrsgeschichte. Es zeigte ein weibliches Kleidungsstück
- Badekleidung der Jahrhundertwende. Quer über die durchscheinend
weiße und zart geblähte Damen-Kniehose aber waren die drei
Hauptstützpunkte der Wahliss-Hotellerie geschrieben:
Pörtschach, Velden und London - in dieser Reihenfolge!
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Johannes Brahms
Johannes Brahms (1833 - 1897) - Der am 7.5.1833 in Hamburg geborene
grosse Musiker und Komponist war im Sommer 1877 und 1878 in
Pörtschach und hat hier unter anderen Werken die Symphonie
D-Dur, op.73 und das Violinkonzert D-Dur, op.77 komponiert.
Info zu den in Pörtschach stattfindenden BRAHMSWOCHEN erhalten sie hier:
www.BrahmsCompetition.org
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